Du lebst nur einmal

Liebe Looner-Community, liebe Besucher von LOONERS UNITED,

seit anderthalb Jahren habe ich Maggy versprochen, ihr meine Geschichte für die Homepage zukommen zu lassen. Anderthalb Jahre habe ich es immer wieder aufgeschoben. Ein Vorsatz von mir für dieses Jahr war, keine Ausreden mehr zu suchen und mein Versprechen endlich einzulösen. Das schlechte Gewissen hat nun endlich gesiegt und ich habe mich an die Tasten begeben, um euch meine Looner-Geschichte und nebenbei auch etwas über meine Sexualität zu erzählen. Wer zart besaitet ist, sollte vermutlich nicht weiterlesen, da ich einen etwas direkteren Schreibstil habe. Inspiriert von Maggy und Jan, die zeigen, dass man zu sich selbst und seinen Vorlieben stehen sollte, habe ich mich dazu entschlossen, diese Geschichte zu schreiben.

Mein Name ist Lars, ich komme aus NRW und bin 30 Jahre alt. Wo meine Looner-Geschichte begann? Vermutlich – wie bei vielen anderen – in der Kindheit. Meine Erinnerungen sind nur bruchstückhaft, aber einzelne Erlebnisse habe ich noch abgespeichert. Ich erinnere mich, dass ich als sechs-/siebenjähriger Junge – verbotenerweise – den Film „Es“ geguckt habe und mich der Clown Pennywise, der fast immer mit einem oder mehreren Luftballons zu sehen ist, sowohl fasziniert als auch fürchterlich erschrocken hat. Ich erinnere mich, dass ich als Kind immer riesige Angst vor dem Platzen von Luftballons hatte und teilweise auf Feiern angefangen habe zu heulen, selbst wenn mir ein Ballon nur angeboten wurde, und ich sie bei größeren Veranstaltungen so gut es ging gemieden habe. Ich erinnere mich aber auch daran, dass ich – wenn ich einen oder mehrere Ballons für mich allein hatte – es bereits als Kind liebte, einen Ballon anzufassen, seinen Geruch einzuatmen und mich an ihn zu reiben. Ein sexuelles Motiv stand damals natürlich noch nicht dahinter, aber ich erinnere mich, dass es mir immer ein „warmes“ gutes Gefühl gegeben hat, einen Ballon nah an mich heranzulassen. Woher diese Angst als auch die Faszination letztlich kamen, kann ich nicht genau sagen. An ein traumatisches Ereignis kann ich mich nämlich nicht erinnern, lässt man mal den Film „Es“ außen vor, wobei meine Angst vor platzenden Ballons, soweit ich mich erinnere, bereits vor dem Anschauen des Films ausgeprägt war.

Dann folgte die für vermutlich jeden Menschen spannendste Phase meines Lebens: die Pubertät. Ich muss dazu anmerken, dass in meiner Familie nicht viel über Sex gesprochen wurde und ich selbst mit 12/13 Jahren eigentlich gar nichts darüber wusste. Vor 18 Jahren konnte man noch nicht mit einem Klick jegliche Sexpraktik im Netz bewundern; damals hörte man „böse Wörter“ auf dem Schulhof und lachte mit, obwohl man gar nicht so genau wusste, was das F-Wort eigentlich genau bedeutete. Bei mir war es zumindest so ;). Es muss in jedem Fall im Zeitraum 2000/2001 gewesen sein. Ich lag abends in meinem Bett, und in meinem Zimmer lag ein schöner, prall aufgeblasener Luftballon – Party? McDonalds? – herum. Ich weiß nicht, warum ich plötzlich auf die Idee kam, vielleicht war es die Erinnerung an die schönen Gefühle in der Kindheit, in jedem Fall nahm ich den Ballon mit ins Bett. Ich streichelte ihn und rieb ihn über meinen Körper. Als ich dann anfing, den Ballon zwischen meine Beine und über meine Shorts zu reiben, spürte ich ein Gefühl, dass ich so nicht kannte. Es fühlte sich fantastisch an, es staute sich da etwas in mir an, was ich nicht beschreiben oder mir erklären konnte. Ich spürte, dass sich das Kribbeln, je länger ich den Ballon zwischen meine Beine rieb, stärker wurde. Ich ließ dann immer davon ab und entspannte mich. Meine Neugierde war aber zu groß und nach kurzer Pause verschaffte ich mir immer wieder aufs Neue dieses spezielle Kribbeln. Ich erinnere mich nicht mehr genau, wie lange das so ging – zwischen einer halben und einer Stunde würde ich vermuten. Irgendwann war dann allerdings der Punkt erreicht, an dem es kein Zurück mehr gab: Ich drückte den Ballon auf meine Shorts und dann spürte ich förmlich eine körperliche Explosion: mein erster Orgasmus! Ich weiß nicht, ob das bei allen Männern so ist – in jedem Fall war ich sehr erschrocken, dass ich meine Boxershorts mit einer unwahrscheinlich großen Menge an Flüssigkeit „vollgesaut“ hatte, von der ich nur wusste, dass es kein Urin war. Wie gesagt – sexuell wusste ich zu dieser Zeit so gut wie nichts. Vollkommen erschrocken stand ich auf, zog die nasse Shorts aus, eine neue an und ging – ja tatsächlich – mit der „vollgesauten“ Shorts zu meiner Mutter, die ebenfalls bereits in ihrem Bett lag, und zeigte ihr, was passiert war. Sie klärte mich dann auf – man kann sich vorstellen, dass es angenehmere Momente gibt… Dass mein Orgasmus durch einen Luftballon zustande kam, verriet ich allerdings nicht.

Die Zeit danach war ich in jedem Fall verunsichert. Nochmal zur Erinnerung: Es gab kein Internet, wo man „Ballonfetisch“ in eine Suchmaschine eingeben konnte und zig Seiten angeboten wurden. Ich kam mir auf der einen Seite „seltsam“ vor und behielt meine Vorliebe für Luftballons für mich. Auf der anderen Seite war der Anreiz zu groß; Luftballons spielten von da an bei der Masturbation eine große Rolle für mich; sei es, dass ich einen oder mehrere Ballons „dabei benutzte“, sei es, dass ich mir in Gedanken Szenen vorstellte, die mich erregten. Besonders die Vorstellung, dass zwei Frauen miteinander und mit Ballons spielten, war dabei eine immer wiederkehrende Fantasie von mir, die mich erregte.

Meine Sorge, „seltsam“ oder im schlimmsten Fall sogar „krank“ zu sein, verkleinerte sich dann, als der Siegeszug des Internets begann und ich das „Luftballonforum“ im Netz entdeckte. Vielleicht kann der eine oder andere Looner dieses spezielle Gefühl nachvollziehen, als ich bemerkte, dass ich nicht alleine war, dass es nicht wenige andere Menschen gab, die – in verschiedenen Ausprägungen – dieselbe Vorliebe hatten. Es war ein unfassbar schönes Gefühl, und die Threads, Diskussionen und Gespräche in diesem Forum werde ich nie vergessen! Sollten Forumsmitglieder das hier lesen: Vielen vielen Dank!!!! Über das Forum entdeckte ich dann auch die Möglichkeit, qualitativ hochwertige Ballons kaufen zu können, die mein Sexualleben nochmals bereichern konnten.

Über das Forum kam ich dann zu einem weiteren besonderen Erlebnis. Ich gestehe: Seit ich 14/15 bin, fasziniert mich Pornografie. Ich würde mich nicht als „süchtig“ bezeichnen, aber ich gebe zu, dass ich Pornos sehr gerne gucke. Angefangen mit „Softcore“-Filmen im Fernsehen auf Vox (glaube die liefen immer am Wochenende), wo man den Darstellern zwar nicht zwischen die Beine gucken konnte, aber genug sah, um als pubertierender Junge erregt zu werden, wurde die Spannbreite durch das Internet im Laufe meines Lebens natürlich erweitert. Ich weiß nicht mehr, in welchem Jahr es war, in jedem Fall wurde dann im Luftballonforum ein Link geteilt, der auf eine schwedische Sexdoku verwies, in der auch der Ballonfetisch und die Seite balloonpopping.uk vorgestellt wurde. Hier wurden Ausschnitte aus einer Szene mit der britischen Darstellerin Holly Kiss gezeigt, die mich sehr faszinierte. Auch wenn es mehr ein Popper-Video war – ich würde mich definitiv als Nonpopper bezeichnen – erregte es mich zu sehen, wie Holly verschiedene Ballons ritt, Sextoys wie einen Dildo und einen Vibrator dazu benutzte und tatsächlich so wirkte, als mache es ihr Spaß. Meine persönliche Meinung ist übrigens, dass es bis heute zu wenig gute Nonpopper-Videos gibt; also Videos, in denen Ballons kreativ ins Sexspiel eingebaut werden. Ich hoffe, dass sich das in Zukunft ändern wird ;). 

Eine weitere wichtige Inspiration – und das bis zum heutigen Tag – waren und sind Maggy und Jan für mich. Ihre Art, offen über den Fetisch zu sprechen, ihr Shop, die verschiedenen Interviews, die sie gegeben haben, Maggies Blog, die Videos – alles zeigt mir immer wieder aufs Neue, dass es nichts gibt, wofür ich mich schämen sollte. Das von Maggy immer wieder verkündete Mantra „Du lebst nur einmal“/“Mach was dir gefällt“ habe ich versucht, in den vergangenen Jahren stärker zu befolgen und habe dabei Erfahrungen im SM-Bereich gesammelt, bei denen mein Fetisch mit einbezogen wurde. Dominanz, Unterwerfung, Erniedrigung, die Kontrolle über Ballons an eine andere Person abzugeben sind Dinge, die mich erregen und ich bin in den Genuss gekommen, dies in einem speziellen Haus in Düsseldorf ausleben zu können. Einen weiteren „Traum“ konnte ich mir im vergangenen Jahr erfüllen. Meine Vorliebe für Pornografie habe ich bereits erwähnt; damit einhergehend faszinieren mich die Darstellerinnen und Darsteller als Menschen – klar geht es in erster Linie um Sex, aber meiner Meinung nach kann man in Szenen sehr gut erkennen, welcher Performer wirklich Spaß an der Sache hat, selbstbestimmt ist und einfach eine Persönlichkeit hat. Ende 2017 kam ich dann in Genuss, zwei britische Pornostars via Escort zu treffen und es war eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte: es sind zwei besondere Menschen, total „down to earth“, sexuell aufgeschlossen und sehr einfallsreich. Unsere Session beinhaltete dann sogar – was für mich natürlich besonders schön war – Spaß mit Ballons und letztlich drehten wir in der Zeit – mit Smartphone, aber immerhin 😉 – sogar kleinere Filmchen, die es sogar auf die Onlyfans-Seite von einer der beiden schafften. In einem der vier Filmchen kamen dann sogar zwei Luftballons vor; auch diese Erfahrung, einen „eigenen Porno“ zu drehen, werde ich nie vergessen, es machte unglaublich Spaß und gab mir schon noch einmal einen anderen Kick – wenn mich jemand fragt, würde ich so etwas auf jeden Fall nochmal machen.

Vielleicht fragt sich der eine oder andere jetzt: Warum schreibt er das? Ich verrate es gerne: Es soll eine kleines „Thank you“ an Maggy und Jan sein. Sie haben mich mit ihrem Tun darin bestärkt, Sachen „jenseits der Norm“ auszuprobieren und den Ballonfetisch weiter in die Welt zu tragen. Meine Geschichte hier ist somit auch eine Verbeugung vor den beiden und ein „Danke“: Danke für Inspiration, danke für den Spirit, den ihr verbreitet und die Freude, die ihr mir und vielen anderen Menschen macht! In einer Welt, in der es viel Hass, Intoleranz und Dummheit gibt, ist es toll, dass es Menschen wie euch gibt, die das genaue Gegenteil verkörpern und diese Message in die Welt tragen. Danke!!!

Was bleibt mir abschließend zu sagen? Luftballons sind etwas Schönes – egal ob man sie „nur“ als Deko sieht oder auch als Sexspielzeug. Ich bin froh, diesen Fetisch entdeckt zu haben. Er wird vermutlich immer ein Bestandteil meines Sexlebens bleiben – und das ist auch gut so! Allen Lesern auf dieser Seite kann ich nur empfehlen: Was immer ihr mögt oder ausprobieren wollt, mag es auch noch so „abwegig“ klingen: Probiert es aus! Solange niemand zu Schaden kommt und alles im gegenseitigen Einvernehmen von zwei erwachsenen Menschen geschieht, gibt es nichts „Falsches“ im Bereich der Sexualität. Ihr werdet es nicht bereuen ;). Und ein letzter Gruß an Maggy und Jan: Ich hoffe, dass es euren Shop und alles Weitere noch lange geben wird, und ich bin sehr gespannt, welche neuen Projekte ihr in der Zukunft angehen werdet. Danke!

Lars