Popper, NonPopper, SemiPopper – Wie auch immer!

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– Über Kategorisierungen/Schubladendenken innerhalb der Looner-Szene und wo ich mich darin wieder finde – 

Kategorisierungen finden sich wohl in fast allen Lebensbereichen wieder und bestimmen häufig, wenn auch unbewusst, unser Denken und leider häufig auch unser Verhalten.

Für Alles und Jeden gibt es irgendwelche schlauen Bezeichnungen und Schubladen, welche auf- und wieder zugemacht werden können. Grundsätzlich sehe ich darin nicht unbedingt ein Problem, denn so erkennen wir sofort gleiche Interessen, Hobbys, Vorlieben etc., fühlen uns verbunden, zugehörig, bestätigt und können uns austauschen und so weiter und so fort.

Nur leider kommt es häufig zu Konflikten und Anfeindungen zwischen den unterschiedlichsten Gruppierungen, beeinflusst durch Intoleranz, Ängste, Dummheit und noch viele weitere Faktoren, welche unser Innerstes beeinflussen. Das ist zwar schlimm, meist einfach nur überflüssig, aber alles in allem noch lange nicht dramatisch. Denn Konflikte lassen sich lösen, vorausgesetzt der Wille und die Bereitschaft zur Selbstreflexion ist gegeben. Wirklich problematisch finde ich es jedoch, dass solche Kategorisierungen dazu führen können, den eigenen Horizont klein zu halten und Erwartungen hervorrufen können, wie man sich z.B. zu verhalten hat.

Ich frage mich wo eine Kategorie aufhört und eine Andere anfängt?

Wann bin ich beispielsweise ein Looner oder „nur“ ein Luftballonliebhaber und habe ich das Recht die eine oder andere Gruppe zu beurteilen? Wer bestimmt solche Regeln und Vorgaben und ist das überhaupt notwendig? Ich sage NEIN! Vielmehr sehe ich Kategorien als Orientierungshilfe auf der Suche nach sich selbst, welche sich immer wieder verändern können und auch sollen.

Denn das Leben ist nicht schwarz und weiß, sondern kunterbunt, ebenso wie die Welt der Luftballons. Natürlich gibt es auch hier Kategorien, welche im Laufe der Zeit entstanden sind und sagt man einmal, man ist ein Looner, so geht es unmittelbar weiter und man überlegt, bin ich nun ein Popper, NonPopper, SemiPopper oder wie auch immer. Ich muss zugeben, dass ich mich schwer darin tue, mich der einen oder anderen Gruppe zuzuordnen und ich frage mich, ob das denn überhaupt notwendig ist.

Seit einigen Jahren sage ich über mich selbst, dass ich ein Looner bin, da ich Lust durch die Interaktion mit Ballons erfahre oder aber diese dadurch gesteigert wird.

Ich nutze Ballons als Sexspielzeug, beziehe sie in mein Liebesleben mit ein und will in Zukunft darauf auch nicht mehr verzichten. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass ich sie jedes Mal, wenn ich Sex habe mit einbeziehe.

Ich bin schreckhaft und habe Angst vorm Platzen, also gut, bin ich also ein NonPopper. Andererseits habe ich mich aber auch immer gefragt, was genau die besonderen Reize beim Platzenlassen sind. Natürlich hatte ich mehrere Vermutungen und mir auch eine Meinung zu dem Thema gebildet. Aber sind Vermutungen eine Grundlage, auf welcher man sich eine Meinung bilden sollte?

Bekannter Weise geht Probieren über Studieren, also habe ich mich zusammen mit meinem Mann Jan einem Selbstversuch hingegeben, um der Sache mal richtig auf den Grund zu gehen.

Wie auch immer dieses Erlebnis ausgehen würde, so wird sie mich an Erfahrung bereichern, dachte ich mir und mir dabei helfen mich selbst, meine Vorliebe und vor allem die „andere Seite“ besser kennenzulernen. Hinzukommt, dass sich über die Jahre haufenweise Ballons angesammelt haben, welche nun ihre beste Zeit hinter sich hatten und entsorgt werden wollten. Nur diese einfach wegzuwerfen, wäre doch irgendwie zu schade. Also nutzten wir diese für eine neue Erfahrung.
Stell Dir jetzt also einen Raum vor, der voller Luftballons ist, allein das löste ein wahnsinniges Gefühl in mir aus!

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Zugegeben habe ich zunächst erst ganz zaghaft angefangen die ersten Ballons mit den Händen zu zerplatzen und mich jedes Mal vor der Lautstärke erschrocken. Wirklich gut hat sich das zu dem Zeitpunkt nicht angefühlt. Ich hatte auch ein wenig die Befürchtung, dass die Nachbarn aufgrund der Geräuschkulisse, die Polizei rufen würden, mir dann aber vorgestellt, was für eine unfassbar lustige und skurrile Situation das für die Herrschaften sein muss, so dass ich auch diesen Gedanken schnell über Bord geworfen habe. Die Hemmungen nahmen immer mehr ab und auch Jan schien es sichtlich zu genießen, zu sehen, wie ich und er selbst auch die Grenzen der Ballons überschritten.

Die Spannung, der intensive Druck, das Machtspiel und dann der Knall steigerten meine Lust enorm. Irgendwann war es so, als wenn ein Schalter umgelegt wurde und ich bin in einen „Platzrausch“ verfallen. Damit hatte ich niemals gerechnet und es hat mich selbst überrascht. Wahnsinnig aufregend, spannend und befriedigend zugleich und das nicht nur im körperlichen Sinne. Vielmehr hat es mich befriedigt, dass ich meinen Horizont erweitert und mich an etwas herangetraut habe, was mich zuvor verunsichert hat.

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Aber wie geht es nun weiter, bin ich jetzt ein Popper oder eher ein SemiPopper und muss ich mich da überhaupt entscheiden?!?

Nein, ich entscheide mich nicht, denn ich möchte mich nicht auf die eine oder andere Seite schlagen und mein Denken und Verhalten womöglich dadurch einschränken, sondern einfach weiterhin das ausleben, wonach mir in dem Moment ist.

Leider habe ich bereits viel zu häufig Diskussionen, Konflikte und Anfeindungen zwischen den unterschiedlichsten Gruppen, wie z.B. Poppern und NonPoppern erlebt, bei welchen die eine Seite die andere verurteilt oder zumindest versucht hat, die Andere davon zu überzeugen, was wohl besser sei oder ob es in Ordnung ist, mit seiner Vorliebe offen umzugehen oder oder oder. So drehte man sich ewig lang im Kreis und hat am Ende nichts erreicht, außer hochkochende Emotionen, sowie verschwendete Energie und Zeit, welche man womöglich eher für die Befriedigung eigener Bedürfnisse (z.B. mit Luftballons) hätte nutzen können. Im Endeffekt hat doch jeder das Recht seine eigene Entscheidung zu treffen, oder?

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Daher meine Bitte an Dich:

Richte den Blick mehr auf Dich, als auf das Urteil Anderer, sei ehrlich zu dir selbst, hab dich lieb und vor allen Dingen sei stolz darauf, wer du bist.

Versuche nicht Andere von Deinen Sichtweisen zu überzeugen oder erwarte, dass man sich Dir anpasst. Freue Dich vielmehr über die Unterschiede und weiß diese zu schätzen, auch wenn sie Dich verunsichern mögen und sieh sie als Bereicherung an, welche Dein Leben noch bunter machen kann, wenn Du es zulässt und möchtest. Womöglich lernst Du Dich so selbst, Deine Wünsche, Deine Vorlieben und Abneigungen etc. besser kennen und entdeckst vielleicht neue Dinge.

Wir bereuen im Leben nicht das, was wir getan haben, sondern, dass, was wir nicht getan haben. Also mach Dich frei, lebe Dein Leben so wie Du es für richtig hältst und genieße es in vollen Zügen unabhängig von Erwartungen, Kategorisierungen und Schubladen.

Für mehr Offenheit – Toleranz – sexuelle Freiheit & einen respektvollen Umgang!

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17 Kommentare
  1. fich
    fich sagte:

    Eine kluge Argumentation. – Selber bin ich jemand, der einfach nur gerne sieht, wenn eine Frau, die auch Lust und Laune darauf hat, mal richtig Ballons zerfetzt.

    Auffällig ist nämlich, dass gerade diese intoleranten Looner wie im unseriösen Luftballonforum, für die es das schlimmste ist, wenn Ballons zerplatzt werden, die aggressiv werden … auch meistens die sind, die am allerwenigsten Spaß haben. Und verschanzen sich ihrem Hinterzimmer und schreiben dann irgendwann auch kleine Mädchen auf Youtube an …

    Aber was soll man an so etwas seine Zeit vergeuden. Lieber eine gute Luftballonsession mit einer attraktiven Spielpartnerin machen – oder eine Runde Guerillaloonen abends auf der Piste. Das macht wirklich Laune.

    Im übrigen gibt es den anregenden Effekt, dass etwas, was einen leicht stresst, richtig belebend wirkt. Das mag ein bitterer Schnapps sein, die extra scharfe Soße auf dem Döner – oder der laute Knall eines Luftis. Und wer schon mal eine Massenknallerei erlebt hat, weiß, was ein gelungener Abend ist.

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    • Maggy BerLoon
      Maggy BerLoon sagte:

      Vielen Dank für Dein nettes Feedback und das interessante Kommentar 😉

      Ballons platzen lassen als „Anti-Aggressions-Therapie“ ist absolut genial, das hab ich auch schon mal getestet, wirkt wahre Wunder!!

      Zum Thema „intolerante Looner“ im Luftballonforum möchte ich auch an dieser Stelle vor Pauschalisierung warnen. Leider gibt es überall, in allen sozialen Netzwerken und allen Bereichen, schwarze Schafe….die Anonymität des Internets birgt halt auch große Gefahren, darüber muss man sich bewusst sein. Daher gilt es achtsam zu sein und Auffälliges umgehend zu melden!

      Aber wie Du schon sagst, man sollte sich nicht zu sehr an negativen Aspekten aufhalten und sich viel mehr auf die schönen Dinge im Leben konzentrieren, es voll ausschöpfen, genießen und vor allem viel Spaß haben!!!

      Lieben Gruß, Maggy 🙂

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      • fich
        fich sagte:

        Das wirklich genialste, was ich in Bezug auf Loonen erlebt habe, waren Partys im ehemaligen Swingerclub Fabric lounge in Berlin- Moabit. – Eine Tanzfläche, hüpfthoch mit Ballons, etwa 10.000 Stück. Den ganzen Abend wurde darin getanzt, natürlich knallte es auch häufig, aber die Ballons nahmen gefühlt kein Ende. Herrlich. So etwas würde ich gerne noch mal erleben… denn auch die finale Knallerei zum Ende der Nacht war einfach invernalisch. (Das es einen Swingerhintergrund hatte, klaro – hätte man nutzen können, habe ich aber nicht.) – Leider habe ich so etwas im originären Loonerbereich noch nie angedacht gesehen.

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  2. Oli
    Oli sagte:

    Hi
    Ich hatte mich entwickelt von absoluter Angst vor Luftballons über Semi Popper zu Popper , inzwischen bei Q24 angelangt ( nur BTP) Ich finde ihr beiden (Maggie und Jan ) habt das bei Germanness genau richtig erläutert. Es ist dieser Adrenalinschub den Ballon zum Platzen zu bringen. Wie bin ich dahin gekommen? Schritt für Schritt, Kleine Ballons mit Nadel, dann größere, dann mit den Fingernäglen, dann BTP über Schlauchverlängerung. Am besten im Freien, da ist der Knall nicht so laut (nicht in der Nähe eines Waldstückes). Ich bin froh es geschafft und meine Angst überwunden zu haben, dennoch ist es kein Muss. Meine Frau ist eine Non-Popperin, aber das schönste ist, dass sie meinen Fetisch teilt und ich offen darüber sprechen kann.
    Danke auch nochmals dass es Euren Shop gibt. Macht weiter so. Die nächste Bestellung kommt bald, muss erst noch die bestehende Ansammlung platzen lassen :-).
    Viele Grüße
    Oli

    Antworten
    • Maggy BerLoon
      Maggy BerLoon sagte:

      Vielen lieben Dank Oli!!
      Es ist wirklich schön zu hören, dass auch Du Deine Vorliebe mit Deiner Partnerin teilen und genießen kannst 🙂 Ich wünsche euch Beiden weiterhin viele schöne Momente und viel Spaß dabei!

      Antworten
      • Oli
        Oli sagte:

        Liebe Maggy,
        Ich finde es toll dass du jeden Tag die Blogs beantwortest. Ich fühle mich auf jeden Fall als Kunde und als Blog Contributor abgeholt. Danke dafür
        Liebe Grüße
        Oli

        Antworten
        • Maggy BerLoon
          Maggy BerLoon sagte:

          Na das freut mich doch sehr, Oli. Auch wenn ich mal nicht sofort schaffe, liegt es mir doch sehr am Herzen immer zu antworten! Also vielen Dank fürs Lob und viel Spaß noch in meinem Blog 😉

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  3. Shinji
    Shinji sagte:

    Hallo Maggy, ich finde du hast es wirklich auf den Punkt gebracht. Ich finde auch jegliches Schubladendenken und jegliche Art der Intoleranz sollten keinen Platz finden. Weder im Alltag oder Berufsleben noch in der Freizeitgestaltung oder den Vorlieben. Jeder Mensch soll sich wirklich so ausleben, wie er es gerne will. Natürlich gehören da offtmals auch 2 Personen zu, so passen sich diese doch aber sicherlich mit ihren Bedürfnissen an. Ich habe es ja selber bei mir gesehen: Erstmal meiner Freundin von meiner Vorliebe zu berichten und ihr alles zu erklären, dann auch das erste mal das ganze zusammen austesten. Alles super. Doch irgendwann kam der Punkt wo ICH wirklich das ganze nurnoch so wollte und überhaupt nicht mehr auf ihre Bedürfnisse eingegangen bin… Dann hat es mir jedoch schnell die Augen geöffnet, ich gehe nun viel mehr auch auf ihre Vorlieben ein und nun läuft alles noch viel besser, als es je hätte laufen können.

    Ich danke dir für deinen wundervollen Bericht, die tollen Bilder und hoffe noch vieles schönes hier zu lesen 🙂

    Euer Shinji 😛

    Antworten
  4. Michi
    Michi sagte:

    Hey,
    Ich hätte mal eine Frage 🙂
    Ich bezeichne mich selber als Semipopper, weil ich total darauf stehe wenn meine Freundin Luftballons zerplatzt, kann es aber selber nicht (oft), weil ich einfach ein bisschen schiss davor hab. Hat hier irgendjemand einen kleinen Tipp für mich? 🙂
    Maggy, du scheinst es ja einfach mal durch ne Art Schocktherapie versucht haben 😀 Ich werds jetzt glaub ich auch mal so probieren dass ich einfach ein paar aufpuste und sie dann alle mal versuch kaputt zu kriegen aber ich bin da einfach furchtbar zögerlich. Wenn mir mal aus Versehen einer kaputt geht, find ich es ja total toll aber absichtlich ist es irgendwie aus anderes, außer im angetrunkenen Zustand 😀

    Antworten
    • Maggy BerLoon
      Maggy BerLoon sagte:

      Richtig, ich habe es frei nach dem Motto „Augen zu durch“ versucht…mach es doch einfach so, wie es für dich am Angenehmsten ist und sieh es einfach als eine bereichernde Erfahrung an, wie auch immer diese ausgehen mag. Egal was passiert, denke ich, dass du im Nachhinein sicherlich stolz auf dich sein wirst 😉

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  5. boris
    boris sagte:

    Hallo Maggy so wie du es beschrieben hast ist es wunderbar genau das denken ja viele auch ich finde es super das du dich als Nonpopper auch dich zum Platzen durchringst. Auch zum erfahren der eigenen grenzen und auch super schöne Bilder . liebe grüse Boris

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  6. Christian
    Christian sagte:

    Schöner Artikel über das Schubladendenken und für mehr Akzeptanz und Toleranz miteinander. Ich hoffe das es doch einige zum nachdenken anregt.
    Und die tollen Fotos machen Lust darauf mal wieder selber einen Haufen Ballons zu befüllen und auch hin und wieder mal einen zum platzen zu bringen.
    Danke Maggy, mfG Chris

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