Frauen in der Looner-Szene 

Ein Text über Sexismus, alte Rollenbilder und fragwürdige  Verhaltensweisen – by Maggy BerLoon –


Wer schreibt hier und WARUM?

Ich bin Maggy. Eine Frau mit Visionen, eine selbstbewusste Loonerin, eine kreative Unternehmerin. Seitdem ich vor ca. 4 Jahren aktiver Teil der Loonercommunity geworden bin, habe ich unfassbar viele Erfahrungen und Eindrücke sammeln dürfen. Neben unglaublich vielen wunderbaren Erlebnissen mit sehr lieben Menschen, musste ich leider auch einige negative, insbesondere sexistische Erfahrungen machen, welche mich geprägt und mein Denken beeinflusst haben. Das Thema Sexismus/Feminismus begleitet mich bereits sehr lange. Schon als Kind, insbesondere als Jugendliche, hatte ich den starken Drang, aus den klassischen Rollenbildern und den damit verbundenen Erwartungen, auszubrechen. Dieser Drang begleitet mich bis heute und ist Grund für diesen Text. Ich bin eine der wenigen Frauen, welche in der Loonerszene aktiv sind. Eine, der wenigen Looner (egal ob Weiblein oder Männlein), die ein echtes Profil hat, Gesicht zeigt und ehrlich Stellung bezieht. Das dies so ist und dass ich das auch noch so betone, macht mich nachdenklich. Es zeigt mir, dass es Dinge gibt, über die wir vielleicht einmal nachdenken und ändern sollten.

Denn obwohl wir in einem aufgeklärten Zeitalter leben, gibt es nach wie vor tief verankerte Denk- und Verhaltensweisen, welche für viele selbstverständlich sind, oftmals völlig unbewusst und automatisch passieren und mich teilweise zutiefst erschüttern. Je nachdem in welcher Informationsblase wir gerade schweben, kriegen wir von entsprechenden Debatten mehr oder weniger mit oder eben nur die eine oder die andere Seite. Doch zum Glück wird die Stimme derjenigen Menschen, die sich gegen Sexismus einsetzten, immer lauter und lauter und lässt vielleicht die eine und dann die andere Blase platzen. Ich habe meine Stimme gefunden und werde diese hiermit einmal mehr nutzten und dir aus meiner weiblichen Sicht meine Eindrücke und meine Meinung zu diesem Thema schildern. Eine Herzensangelegenheit.

Wer jetzt bei den Wörtern Sexismus und Feminismus die Augen verdreht und davon genervt ist, kann sich gerne der nächsten sinnlosen Fernsehshow widmen. Denn vermutlich mangelt es dir dann an Offenheit, sowie der Bereitschaft zur Selbstreflexion (was Grundvoraussetzung ist, um meine Worte überhaupt zu verarbeiten). Ich möchte mit diesem Text niemanden direkt angreifen und an den Pranger stellen. Alles, was ich schreibe, bezieht sich auf meine subjektive Sichtweise und meine Eindrücke, welche ich bis heute gesammelt habe.

Solltest du aber im Laufe des Textes irgendwie wütend oder sauer werden, Volltreffer. Dann habe ich scheinbar genau ins Schwarze getroffen und vielleicht wäre es dann keine schlechte Idee, wenn gerade du mal ein wenig nachdenkst. Mehr Stärke kann Mensch wohl nicht beweisen.

In der Loonerszene gibt es mehr männliche als weibliche Looner!?

Eine These, die ich schon sehr häufig gehört habe. Ich selbst habe auch den Eindruck, dass dem so ist. Aber ist das wirklich so? Und falls ja, woran liegt das?

Mal angenommen es gibt mehr männliche Looner. Womöglich liegt es einfach daran, dass man als Mann schon viel früher, geschichtlich betrachtet, die Möglichkeit hatte, sich mit der eigenen Sexualität auseinanderzusetzen. Die meisten Pornos, Magazine etc. wurden von und für Männer produziert. Es ist in unserer Gesellschaft bereits seit vielen Jahren tief verankert und völlig logisch, dass sich Männer mit der eigenen Sexualität auseinandersetzen, diese auch befriedigen und sich davon erzählen. Hey, das ist mehr als nur okay. Solch einen positiven, offenen und selbstverständlichen Umgang mit der eigenen Sexualität hätte ich mir für uns Frauen auch gewünscht und wünsche ich mir nach wie vor.

Dank veralteter Rollenbilder und nicht zuletzt auch wegen der „Erotikbranche von gestern“, sind wir Frauen zum Lustobjekt für das andere Geschlecht mutiert. Doch was ist mit unseren Bedürfnissen, mit unseren Fantasien und unseren intimen Wünschen? Offen über Sex zu sprechen, sich wertfrei auszutauschen ist für viele, insbesondere Frauen, noch nicht selbstverständlich. Stillschweigen, Scham, womöglich Verurteilung oder sonstige negative Bewertungen und Empfindungen haben sich breit gemacht. Oder was sind deine Gedanken, wenn ich dir jetzt sage, dass ich mir schon als junges Mädchen, in frühen pubertären Jahren, regelmäßig Pornos angeschaut und masturbiert habe. Stell dir vor, jetzt bin ich schon seit einigen Jahren verheiratet und mache das nach wie vor immer noch gerne und regelmäßig und führe gleichzeitig eine glückliche und befriedigende Beziehung. Dank Erika Lust und Co gibt es nun glücklicherweise auch immer mehr sehenswerte, authentische und hochwertig produzierte Filme/Pornoseiten (XCONFESSIONS, Ersties, Lustery, Lucie Blush), sowie sonstigen sehr ansprechenden sexpositiven Content in Form von Magazinen (Math Mag, Separée) oder Blogs (Mimi und Käthe, lvstprinzip, welovegoodsex, COMECURIOUS) produziert von Frauen. Pornografie, welche keine surreale Scheinwelt und alte sexistische Rollenbilder transportiert. Pornografie, welche nicht nur darauf aus ist, die Bedürfnisse von Männern zu befriedigen. Nein, vielmehr geht es um echte Menschen, um echte Emotionen und die Bedürfnisse BEIDER Geschlechter. So können wir Frauen uns nun auch damit identifizieren. Doch das nur nebenbei.

Was ich sage möchte ist, dass es womöglich viele viele Loonerinnen da draußen geben könnte, die das vielleicht einfach nicht von sich wissen, weil die Scham zu groß war/ist, die eigene Sexualität inkl. Vorlieben aktiv zu erforschen und auszuleben.

 

Eine weitere Möglichkeit ist, dass sie es einfach nur für sich behalten wollen und die eigene Vorliebe auf ihre persönliche Art und Weise ausleben. Verrückt oder (Achtung Ironie)?! Nicht jede/r hat das Bedürfnis sich in sozialen Netzwerken anzumelden und sich darüber auszutauschen. Natürlich nicht! Das ist meiner Meinung nach eine gesteigerte Form der Offenheit und selbstverständlich kann und soll doch bitte jede/r für sich selbst entscheiden, wo die eigenen Grenzen liegen und welche Art der Offenheit sich gut anfühlt. Die eigene Sexualität ist ja schließlich etwas sehr intimes und persönliches. Daher ist es natürlich völlig in Ordnung, wenn man diese nur mit vertrauten Menschen thematisiert und auslebt. Punkt. Die Hauptsache ist doch, dass wir einfach ehrlich zu uns selbst sind, ohne uns dafür zu verurteilen, zu schämen oder Angst davor zu haben, von anderen dafür verurteilt zu werden. Selbstwertgefühl ist hier das Stichwort. Wenn Mensch anfängt so über sich selbst zu denken, kann Mensch auch getrost die Meinung anderer ignorieren.

 

Es ist ok Bedürfnisse zu haben und es ist ok, sich selbst zu lieben und das zu machen, was dich glücklich macht. Mehr als ok, schließlich hast du nur dieses eine Leben, also mach was draus!

Es ist aber auch möglich, dass sich Loonerinnen in sozialen Netzwerken angemeldet und sich aufgrund der Reaktionen darauf, genau so schnell wieder abgemeldet haben. Das musste ich leider schon häufiger beobachten. Oft lese ich dann „ es wird mir zu viel“. Schade schade. Denn auch wir Frauen haben glücklicherweise zunehmend das Bedürfnis, uns mit unseren Vorlieben auseinanderzusetzen und manche sogar mit Gleichgesinnten ins Gespräch zu kommen. Da Frauen aber nach wie vor, von Männern häufig nur als Lustobjekt wahrgenommen werden, ist ein offener, wertfreier Austausch oft einfach nicht möglich und kann zu einer herausfordernden Geduldsprobe werden.

Frauen sind kein Freiwild!

Vorweg, ein Einblick, was passiert, wenn eine Loonerin neues Mitglied der Community, innerhalb sozialer Netzwerke, wird (natürlich gilt das nicht grundsätzlich für alle, logisch):

Männer treten häufig mit ihren Profilen total anonym auf, fake Name, fake Profilbild, fake Beschreibung, manchmal sogar fake Geschlecht. Selbst wenn nicht, liegt es in der Natur der Sache, dass das Internet eine natürlich Grundanonymität mit sich bringt. Schließlich weiß man nie zu 100% wer sich wirklich hinter einem Profil verbirgt. Nun fordern leider nicht all zu selten solche Profile weibliche Loonerinnen dazu auf, Intimes völlig offen, direkt und bitte auch SOFORT preiszugeben. „Was machst du am liebsten mit Ballons? Kannst du mir ein Bild schicken oder ein Video für mich machen?“. Solche Fragen kommen oft auch nicht irgendwann in einem Gesprächsverlauf auf, sondern sind häufig die ersten Sätze, die Frau ließt. Ein „Hallo, ich bin…“ ist  leider schon zu viel erwartet, stattdessen gibt es ein „Hey Baby“ oder „Hi Sexy, geile Dinger, die Du da hast“ (Ballons? Titten? Hä?), falls es denn überhaupt irgendeine Ansprache gibt. Ein „Bitte“ ist dabei auch häufig das Höchste der Gefühle. „Würdest du mir bitte Nacktfotos von dir schicken? Nein? Aber ich hab doch BITTE gesagt!??“. Ganze Sätze sind leider auch nicht selbstverständlich und es reicht oft nur für ein Wort, z.B. „Ballon?“ Wenn dann keine Reaktion kommt, wird auch gerne noch Druck gemacht, z.B. mit gefühlten tausend Fragezeichen. Ich mein klar, ist ja auch total unverschämt von uns Frauen auf sowas nicht zu reagieren und die männlichen Bedürfnisse zu befriedigen, nicht wahr!? (Achtung, Ironie…)

Liebe Leute, was soll das bitte? Genau durch solch ein Verhalten wird die Frau zu einem einfachen Lustobjekt degradiert. Komisch, dass viele Frauen darauf keine Lust haben, oder?

 

Wie geht Frau damit am besten um? Ich habe für mich selbst entschieden, dass man sowas besser einfach ignoriert und darüber steht und das habe ich auch schon oft anderen Ladies geraten. Aber sollte das wirklich die Konsequenz sein? Irgendwie traurig, wenn Frau solch unverschämtes Verhalten dann mit Ignoranz hinnimmt und es damit akzeptiert. Klar, Frau kann solche Leute auch immer blockieren, aber schlussendlich ändert das ja auch nichts, außer, dass die eigene Liste mit blockierten Profilen einfach nur länger und länger wird. Also was tun? Auf solche einschlägigen Nachrichten kann Frau auch reagieren, indem sie darauf antwortet und eine Ansage macht. Doch bekommt die Person am anderen Ende dann nicht genau DAS, was sie eigentlich will, nämlich Aufmerksamkeit?! Frau investiert also Energie/Gedankengut/Zeit in eine Nachricht, von der sie sich erhofft, dass die Person am anderen Ende zu grübeln beginnt, einsichtig wird und sich im besten Fall entschuldigt und dieses Verhalten ändert.

Aber was ist, wenn diese Person sich genau daran aufgeilt? Wenn die Intention einfach nur Aufmerksamkeit, vielleicht Provokation ist? Was im einzelnen die genauen Beweggründe für solch ein Verhalten sind, werden wir im Detail wohl nie erfahren. Fest steht nur, dass es vielleicht gut tut, Stellung zu beziehen, Frau aber schlicht und einfach wertvolle Zeit und Energie verschwendet hat. Versteht mich nicht falsch, ich finde es gut und überaus wichtig, wenn jede/r seine Meinung sagt, Integrität beweist und nicht alles einfach so hinnimmt und mit sich machen lässt, insbesondere wenn es um Sexismus geht. Aber oftmals führen solche Chats im Einzelnen dazu, dass einfach endlose Diskussionen entstehen und man selbst eben nicht happy darüber ist, die eigene Meinung gesagt zu haben, sondern sich am Ende einfach nur noch mehr . ärgert als zu Beginn. Dann vielleicht doch lieber dem Ganzen keine Bühne geben, einfach ignorieren und blockieren. Oder aber eine kurze Ansage machen und sich dann verabschieden. Aber auf alle Fälle sollten wir uns nicht auf diese Ebene herunterziehen lassen, so hat dein Gegenüber nämlich gewonnen.

Gehen wir das Spiel nochmal kurz durch:

Wenn sich also Frau Loonerin bei Facebook und Co anmeldet und das auch mit einem echten Profil, weil sie selbst keinen Grund sieht, sich zu verstecken, so bekommt sie sofort enorm viele Anfragen und Nachrichten von männlichen Loonern und Fakefrauen. Vielleicht freut sich Frau am Anfang auch darüber und fühlt sich geschmeichelt. Wenn aber explizite, sowie unverschämt auffordernde Nachrichten mehr und mehr werden, dann kann es nach einer Weile einfach nur noch anstrengend und nervig werden. Dann bleibt nur noch Ignorieren, Blockieren, selbst ein Fakeprofil anlegen oder einfach alles direkt löschen, übrig. Super. Irgendwie hat da niemand etwas von, weder Weiblein noch Männlein und schon gar nicht die Looner-Community.

 

Von Fakeprofilen hinters Licht geführt…

Wie oben erwähnt, sind in der Online-Looner-Szene überaus viele Looner mit Fakeprofilen unterwegs. Wie ich ein Fakeprofil definiere? Falsches Bild (am besten noch offensichtlich von Anderen geklaut, ohne Verlinkung o.Ä.), komplett falsche Beschreibung (falls es überhaupt eine gibt), insgesamt einfach ALLES FAKE! Viele haben einfach einen Fantasie-Profilnamen, treten ansonsten aber echt und authentisch auf. Das ist für mich noch kein Fakeprofil.

Warum das Ganze? Damit ja nicht auf die Person dahinter geschlossen werden kann? Man könnte ja von einer/m Arbeitskollegin/en oder so entdeckt werden und wenn die herausfinden, dass man ein/e Ballonfetischist/in ist, geht sicher das ganze Leben den Bach hinunter!? Dies wäre eine Möglichkeit. Die genauen Beweggründe sind sicher individuell unterschiedlich. Klar, der Ballonfetisch ist immer noch eher unbekannt und in unserer Gesellschaft noch nicht so selbstverständlich, wie andere Vorlieben, beispielsweise Latex, Füße, BDSM und Co. Mit diesem Fetisch, diesem intimen Etwas, dann offen umzugehen, muss natürlich nicht sein. Wichtig ist jedoch, dass jede/r zu sich selbst und im besten Fall auch zu dem/der Partner/in ehrlich ist. Natürlich soll doch bitte jede/r selbst entscheiden, wo die eigenen Grenzen liegen. Das ist gut so und auch sehr wichtig! Denn selbstverständlich ist es prinzipiell mehr als in Ordnung, wenn Frau und Mann die eigene Person und Privatsphäre schützen möchte. Ein Thema, mit welchem sich jede/er auseinandersetzten sollte!

Anonymität verschafft uns Freiheiten. Sich zu öffnen, scheint einfacher zu sein, indem eine völlig falsche Identität kreiert. Zusätzlich schafft es aber auch Freiheiten, sich dreist und unverschämt zu verhalten. Motive können völlig unterschiedlich sein und sind auf den 1.Blick nicht klar zu erkennen.

Ein grundsätzliche Vorsicht und Skepsis ist daher wohl mehr als angebracht. Weiterhin gebe ich nun aber Folgendes zu bedenken: Ist nicht gerade diese eigene Identität wichtig und ausschlaggebend, um andere Menschen kennenzulernen und in einen offenen Austausch zu kommen? Bedarf es wirklich dieses Ausmaß an Falschheit? Womöglich stellst du dir so nämlich selbst ein Bein. Denn reicht es nicht, sich ein privates Profil anzulegen, vielleicht einen Fantasienamen/-bild zu nutzten und selbst zu bestimmen, wer die eigenen Beiträge sehen kann, wessen Anfrage man annimmt, mit wem man ins Gespräch kommt oder eben nicht?

Die Masse an Fakeprofilen wirkt insgesamt irgendwie merkwürdig und abschreckend, wie ich finde. Insbesondere, wenn Neuankömmlinge und Loonerfrauen, mit Nachrichten von eben solchen Profilen erschlagen werden. Das wirft nicht unbedingt ein offenes und aufgeschlossenes Licht auf die Loonerszene, was meiner Meinung nach sehr schade ist. Denn neben den ganzen Fakeprofilen, gibt es natürlich auch sehr viele aufgeschlossene und liebenswerte Looner/innen. Doch der Weg eben diese Menschen zu finden und kennenzulernen, kann leider häufig anstrengend, schwierig und frustrierend sein. Wir wissen doch alle selbst, was es für ein Befreiungsschlag sein kann, wenn wir in Kontakt mit Gleichgesinnten kommen. Wieso also machen wir es uns und anderen dann so schwer? Wieso leben wir es anderen vor, dass Looner/innen sich vielleicht doch lieber verstecken sollten und stecken uns damit selbst in eine Schublade? Geben wir damit der oberflächlichen Stimme, welche ruft: „Ballonfetischisten/innen sind Freaks und abartig“ nicht in irgendwie recht?

Wer allerdings nur mit Hilfe eines Fakeprofils die Möglichkeit sieht, sich überhaupt zu öffnen, OK. Besser als still und leise ein unglückliches Leben zu führen. Doch warum beharrt Mensch langfristig auf diesem Ausmaß der Anonymität? Weil es zum „guten Ton“ innerhalb der Szene gehört? Aus Faulheit? Ich kann das einfach nicht nachvollziehen. Hat sich denn im Laufe der Jahre nicht schon einiges verändert? Haben wir es wirklich nötig, uns so zu verstecken? Mag sein, wenn es nur darum geht, schnell und einfach die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.

Nicht selten bekommt Frau Loonerin nämlich von eben solchen Fakeprofilen kommentarlos und ohne vorherige Ansprache ein Bild von einem Ballon zugeschickt (mit oder ohne Mann darauf) mit der Frage: „Was soll ich damit machen?“. Dann gibt es auch noch die guten alten Dickpics oder aber Loonerstyle, ein Nacktfoto mit Ballon. Wenn Frau dann auf solche „Kontaktaufnahmen“ nicht reagiert, folgen Fragezeichen und aufdringliches Nachfragen.

Solche dreisten Menschen finden sich leider überall und es wird sie wohl auch immer geben, das ist nichts Neues. Problematisch wird es aber dann, wenn du dir durch ein Fakeprofil erhoffst, in einen persönlichen und aufgeschlossenen Kontakt mit anderen zu kommen und schlussendlich einfach zusammen mit den schwarzen Schafen in einem Topf landest. Das kann leider sehr schnell passieren, denn woher sollen wir bitte wissen, wer oder was sich wirklich hinter einem Fakeprofil versteckt!?

Total daneben finde ich es aber, dass sich hinter vielen weiblichen Profilen eigentlich Männer verstecken! Mögliche Gründe wären ein extremes Schamgefühl oder Mann möchte den „Freundinnenstatus“ auszunutzen, um so einfacher in Kontakt mit Frauen zu kommen. Eine andere Möglichkeit wäre auch, dass sich diese Person die gleichen Reaktionen wünscht, von der er denkt, dass Frauen sie bekommen.

Auf Anhieb fallen mir sofort mehrere solcher Profile ein, aber wir sind ja hier nicht beim Public Shaming. Das dem so ist, schockiert und entsetzt mich nach wie vor. Steh doch bitte im wahren, wie auch im virtuellen Leben zu deinem Geschlecht. Denn anderen so extrem etwas vorzumachen, finde ich einfach nur daneben. Ich persönlich habe mich nach solchen Erfahrungen irgendwie ausgenutzt und missbraucht gefühlt.

Also liebe Fakefrauen, lasst euch gesagt sein, dass wir Frauen und Männer nicht dumm sind und früher oder später merken, ob es sich um ein echtes oder ein falsches Profil handelt. Zu guter letzt gibt es dann immer noch die gute alte Google-Bildersuche, um ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen. Wie sagt man so schön: Die Wahrheit kommt immer ans Licht.

 

Wie lerne ich eine Loonerin kennen???

Wenn Mann mir diese Frage stellt, denke ich sofort: Wieso Loonerin? Wieso nicht einfach eine Frau??

Geht es nicht in erster Linie darum, einem Menschen zu begegnen (oder auch mehr Personen, jede/r wie man möchte), bei welchem man selbst zu 100% man selbst sein kann? Bei welchem sich die Schmetterlinge im Bauch überschlagen und gegenseitig paaren? Die Knie weich werden und sich ein wohliges Gefühl von Zuneigung, Vertrauen und Liebe breit macht?

Bei dieser Frage bekomme ich mittlerweile das Gefühl, dass es irgendwie nur darum geht, ein persönliches Loonermodel zu finden, was simpel gesagt, die eigenen Bedürfnisse befriedigen soll. Ist ja easy, wenn sie bereits Loonerin ist, dann ist ja alles klar und vor allem einfach. Das Sexleben kann dann ja nur perfekt sein. Außerdem muss ich kein, für mich, vielleicht unangenehmes Gespräch mit Jemandem führen. Mich öffnen und befürchten, dass ich mich zum Affen mache und deswegen die Beziehung kaputt geht, weil sie mich für verrückt und abartig erklärt. Welch wundervolle Vorstellung, wenn ich also einfach eine echte true-born Loonerin finden würde. Dann schwebt man zusammen auf jeden Fall auf der rosaroten Wolke in den 7. Ballonhimmel. Doch wer sagt, dass diese Loonerin überhaupt Interesse an Dir hat!? Ganz schön frech, wenn Mann das voraussetzt.

Ich schließe nicht aus, dass diese Begegnung möglich ist und falls auf beiden Seiten Interesse besteht, perfekt. Nur denke ich, dass es häufig anders abläuft. Unberechenbar und oft unerklärlich. Vor allem wird es aber nie eine Garantie für ein erfülltes Sexleben geben, nur weil man eine Loonerin als Partnerin hat. Was ist denn, wenn du große Angst vorm Platzen hast und sie genau darauf total abfährt? Oder sie steht nur auf frische neue Ballons und findet den Geruch von älteren Ballons abstoßend, während du diesen aber magst und es genießt, wenn ständig welche in deiner Wohnung herumfliegen? Oder sie liebt Blau und du willst nur Rosa?

Sexualität ist wohl das Persönlichste, was es gibt und zugleich können sich Bedürfnisse, Wünsche und Verlangen auch in der Zukunft immer mal verändern. Zumindest sind diese nicht ständig und zu jeder Tageszeit gleich. Damit also BEIDE ein befriedigendes Sexleben führen können, bleibt es nicht aus, irgendwann offen und ehrlich miteinander über die eigenen Fantasien/Vorlieben etc. zu sprechen.

Kommt es dann nicht also auf den Menschen insgesamt an? Kommt es nicht darauf an, wie sehr ihr euch vertraut und wie gut ihr miteinander kommunizieren könnt?

In jeder Beziehung und jeder Hinsicht wird es irgendwann ein Auf und ein Ab geben, sowie Situationen, bei welchen Frau/Mann auf tolerante und respektvolle Art und Weise miteinander reden sollten, ohne sofort die gesamte Beziehung in Frage zu stellen, selbst wenn womöglich zuvor die Fetzen geflogen sind.

Also hör doch einfach auf nach DER Loonerin zu suchen und hör auf so deinen Horizont klein zu halten. Öffne doch lieber Augen und Ohren für das, was um dich herum passiert. Kommt es im Nachhinein nicht eh immer anders? Also lass doch einfach alles auf dich zukommen und eifre nicht einer perfekten Traumvorstellung hinterher. Mit dem richtigen Menschen an deiner Seite kann diese Vorstellung sowieso nicht mithalten. Eines steht für mich außer Frage: wer mit Verachtung, Spott und fassungslosem Unverständnis reagiert, wenn Frau/Mann seiner/m Partner/in die intimsten Gefühle preisgibt, ist nicht DER oder DIE Richtige!

Mal noch schnell am Rand: Ich selbst war auch keine Loonerin, als ich Jan vor fast 12 Jahren kennenlernte. Ich hatten keinen blassen Schimmer, dass es sowas wie den Ballonfetisch überhaupt gibt…

 

Wer sexy Bilder teilt, will noch lange nicht MEHR mit dir teilen.

Jetzt mal ehrlich, es gibt so einige Frauen und auch Männer, denen es einfach Spaß macht, erotische Bilder von sich aufzunehmen und diese zu teilen. Mal mit mehr, mal mit weniger ästhetischem Anspruch. Aber darum geht es nicht. Denn wie wir alle wissen, sind Geschmäcker glücklicherweise verschieden. Ist das Bild oder Video nun erstmal gepostet, ruft das natürlich entsprechende Reaktionen hervor. Klar, völlig logisch. Alles andere wäre ehrlich gesagt ein wenig naiv gedacht. Es geht also nicht darum, DASS Reaktionen kommen, sondern vielmehr darum, wie diese aussehen können. Der Ton macht die Musik. Reaktionen sollten daher von Wertschätzung geprägt sein und diesen Menschen nicht zu einem persönlichkeitslosen Lustobjekt abwerten, von welchem man völlig selbstverständlich immer mehr und mehr und mehr erwarten kann. Jeder Mensch hat Gefühle und es wäre schön, wenn diese nicht mit Füßen getreten werden.

Denn nur weil Frau/Mann freizügige Bilder/Videos von sich teilt, offen und ehrlich mit der eigenen Vorliebe umgeht, heißt das noch lange nicht, dass Frau/Mann auch zu MEHR bereit ist. Mit „MEHR“ meine ich, z.B. einen Clip speziell für dich zu machen oder aber sich mit dir zu treffen (zum Kennenlernen, Austauschen, gemeinsamen Loonen) etc.. Wenn Frauen und ebenso Männer nun also sexy Loonerpics/-clips oder anderen erotischen Content produzieren, weil es sie erfüllt und glücklich macht, dann ist das doch super. An dieser Stelle danke für diese Offenheit. Wie weit man selbst geht, ist jedem selbst überlassen und das sollte, ohne es in Frage zu stellen, mit allem drum und dran, respektiert werden. Schnorren ist mehr als unsympathisch, wie ich finde.

Zu guter Letzt: mein FAZIT

Ich habe mir nun vieles von der Seele geschrieben und hoffe, dass ich dich zum Nachdenken anregen konnte.

Neben all diesem negativen Zeugs, gibt es selbstverständlich ebenso vieles, wenn nicht mit Sicherheit noch mehr Positives über die Loonerszene zu sagen. Es gibt unglaublich viele liebe, wertschätzende und inspirierende Menschen innerhalb unserer Community. Also lass dich bitte nicht von diesem negativen Zeugs und den „schwarzen Schafen“ runterziehen und entmutigen. Doch lass uns dieses Verhalten auch nicht einfach hinnehmen und stillschweigend akzeptieren. Das kann nicht die Konsequenz und Lösung sein.

Lass uns lieber unsere gemeinsame Stimme finden und zusammen positiv in die Zukunft blicken. Lass uns laut werden, wenn wir sexistisches und respektloses Verhalten bemerken und dies nicht einfach tolerieren. Jede/r sollte sich willkommen und wertgeschätzt fühlen oder nicht? Egal ob Mann oder Frau, wir sind schlicht und einfach alle Menschen, mit den gleichen Rechten und sollten uns gegenseitig auch so behandeln. Es kann nicht sein, dass Frauen einfach als Lustobjekte wahrgenommen werden und veraltete stigmatisierte Rollenbilder den Umgang miteinander bestimmen. Es kann auch nicht sein, dass Ängste unser Verhalten so stark beeinflussen, dass wir uns lieber verstecken und so vielleicht unserem eigenem Glück im Weg stehen. Ist es nicht unser aller Wunsch, sich frei zu entfalten und glücklich zu sein?

Ich bin froh und dankbar, dass ich nicht mehr im 20. Jahrhundert lebe, wo Selbstfindung ein Privileg für den heterosexuellen weißen Mann war. Theoretisch sollte heutzutage jeder Mensch unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft und sexueller Orientierung dazu selbstverständlich die Möglichkeit haben, so meine Meinung. Doch die Verhaltensweisen, welche ich in diesem Artikel beschrieben habe, zeigen auf, dass es eben leider noch nicht selbstverständlich ist. Mein Wunsch für die Zukunft ist es also, dass sich genau das ändert, von mir aus Schritt für Schritt. Wenn wir wollen, dass der Fetisch seinen festen Platz in unserer Gesellschaft findet, die Scham sich verzieht, die Loonercommunity wächst und Männer, sowie Frauen, teil dessen sein sollen, dann sollten wir uns von sexistischem Verhalten verabschieden, uns in Selbstakzeptanz üben und uns gegenseitig mit Toleranz und Respekt begegnen.

Auch wenn es jetzt kitschig klingt, es ist nie zu spät die Welt zu verbessern, zumindest nicht, wenn man mit der eigenen Welt, welche im eigenen Kopf anfängt, beginnt. Davon bin ich überzeugt!


Und wer es nun bis hier hin geschafft hat, DANKE, dass Du diesen Text gelesen hast!

Maggy

 

29 Antworten
  1. Michael
    Michael says:

    Hallo Maggy und Jan 🙂
    Dein Beitrag liebe Maggy spricht mir aus der Seele!!! Du kannst sehr gut mit Worten umgehen. 😉

    Es ist leider die Wahrheit, dass sich insbesondere mein Geschlecht (Mann) nicht mehr anständig verhalten kann!! Es liegt meiner Meinung nach an unserer Gesellschaft und an den Eltern, die mit einer Erziehung ihrer Kinder zu ordentlichen Menschen überfordert sind und die Schuld gerne den Lehrpersonal in die Schuhe schieben… 🙁
    Natürlich begünstigt die Anonymität im Internet das Fehlverhalten. 🙁 🙁

    Mit luftigen Grüßen
    michi71

    Antworten
    • Maggy BerLoon
      Maggy BerLoon says:

      Hi Michi, vielen lieben Dank 🙂 Das weiß ich sehr zu schätzen.
      Naja, ich denke, dass verschiedene Faktoren eine Rolle spielen und natürlich betrifft das auch nicht alle 😉 Oft fallen die negativen Stimmen auch einfach mehr auf und bleiben länger im Kopf… so meine Erfahrung.

      Antworten
  2. Sebastian
    Sebastian says:

    Ich kann dem Text auch nur vollkommen zustimmen. Aber ich denke, dass dieses Problem nicht nur in der Loonerszene existiert. Das gibt es genauso in normalen Foren und sogar auf Partnerbörsen.

    Solche…ich finde keine Worte für diese Mails oder Nachrichten mit Penisbildern oder Sexanfragen die negativ genug wären. Zumal ich mich frage, wieso manche das machen? Die müssen doch wissen, dass Frauen darauf nicht antworten werden und sie extrem schlecht damit ankommen, oder nicht? Also warum probieren sie es dennoch??? Ich finde es eklig und manchmal schäme ich mich für mein Geschlecht – nur wegen diesen Idioten.

    Es kam auch schon öfter vor, dass Frauen im Posteingang so viele sexistische Anfragen finden, dass mal schnell der ganze Ordner gelöscht wird – natürlich auch die wenigen guten Nachrichten dazwischen. Wir „normalen“ oder „lieben“ Männer müssen darunter leiden.

    Ich finde sehr gut was du da geschrieben hast und ich möchte auch die Frauen dazu ermutigen, sich mit ihrer Sexualität auseinanderzusetzen. Das ist nicht schlimm, das ist nicht eklig, das ist nicht verboten – das ist wunderschön. Und wer nicht gerade asexuell ist verpasst da etwas. Es muss ja niemand mitbekommen. Wichtig ist die Neugier, die bitte niemand verlernen darf. Ihr braucht auch nicht unbedingt Pornos anschauen. Vielleicht mögt ihr einfach Bilder von Männern/Frauen in Jeans und Hemd? Oder lest ihr lieber romantische Geschichten? Manche interessieren sich vielleicht auch einfach für die chemische Zusammensetzung der Gebärmutterschleimhaut – warum nicht? Alles ist erlaubt, was die beteiligten Personen auch wollen. Und es gibt echt nichts schlimmes. Schaut doch mal welche Fetische es gibt: Mich würde es sehr überraschen, wenn es etwas nicht gäbe. Handstandfetisch, Außerirdische-Fetisch, Drachenfetisch, Blutfetisch… das gibt es sicher alles irgendwo. Alles, was der Mensch sich ausdenken kann, wird es als Fetisch geben. Und jeder weiß, wie erfinderisch der Mensch ist…

    Grüße
    Sebi

    Antworten
    • Maggy BerLoon
      Maggy BerLoon says:

      …oder der gute alte Balkonfetisch (nicht zu verwechseln mit dem Terassenfetisch). 😉

      So, aber jetzt mal im ernst. DANKE für Dein Kommentar! Du hast absolut recht, dieses Problem existiert nicht nur in „unserer Szene“, sondern auch in unfassbar vielen anderen Lebensbereichen und in sehr vielen kleinen Dingen, die uns im Leben begegenen. Daher freue ich mich sehr über Menschen, wie Dich, die damit bewusst umgehen und sich mit dem Thema auseinandersetzen. Danke Sebi!

      Antworten
    • fich
      fich says:

      „[…]Solche…ich finde keine Worte für diese Mails oder Nachrichten mit Penisbildern oder Sexanfragen die negativ genug wären. Zumal ich mich frage, wieso manche das machen? Die müssen doch wissen, dass Frauen darauf nicht antworten werden und sie extrem schlecht damit ankommen, oder nicht? Also warum probieren sie es dennoch??? Ich finde es eklig und manchmal schäme ich mich für mein Geschlecht – nur wegen diesen Idioten.

      Es kam auch schon öfter vor, dass Frauen im Posteingang so viele sexistische Anfragen finden, dass mal schnell der ganze Ordner gelöscht wird – natürlich auch die wenigen guten Nachrichten dazwischen. Wir „normalen“ oder „lieben“ Männer müssen darunter leiden.[…]“

      Penisbilder … warum schicken manche von uns Männern Penisbilder? Ich denke, dass der Grund oftmals weniger Exhibitionismus ist als pure Verzweifelung. Denn durch das Überangebot an Erotik und Sex in den Medien wie Internet wissen wir alle genau, wie es geht – aber wie man (pointiert, nach den Ärtzen, 3-Tage-Bart) „die Mietzen ans Gerät bringt“, lernt man leider nicht bei Pornskrams oder in der verklemmten Nur- online- Looner- Sphäre.

      Des Weiteren gab es im März eine representative Umfrage vom MAFO- Institut zum Thema sexuelle Belästigung. 2% aller Frauen fühlen sich durch geschlechtsspezifische Gesten wie in den Mantel helfen bereits sexuell belästigt. Wohlgemerkt: sexuelle Belästigung ohne Sexuelles. Folglich kann man auch davon ausgehen, dass manch eine Frau, die kein hohes Selbstvertrauen hat und mit offensiveren Anbaggern nicht klarkommt, sofort etwas von Penis-Bildern krakeelt, währenddessen ein interessierter Mann ein Foto mit Hose, aber freien Oberkörper schickt und präsentiert, wofür er sich beim Sport abgerackert hat….

      Gefährlich sehe ich auch, wenn von lieben oder normalen Männern gesprochen wird. Wer sagt denn, dass eine Nachricht von so einem Männlein versehentlich gelöscht wird? Ist es nicht eher so, dass die Angeschriebene sich von lieben, netten Inhalten gelangweilt fühlt? Gerade wenn man eine Frau – und ich spreche von attraktiven, selbstbewussten Frauen, nicht von irgendwelchen Frauenzimmern, die in der Fetischszene die Aufmerksamkeit wolllen, welche sie im Echten Leben wegen Gründen in ihrer Person nicht bekommen – auf sich aufmerksam machen will, muss man schon eine gewisse Frechheit an den Tag legen. Oder man langweilt.

      Denn was viele vergessen, was auch mit je einem Drittel der Befragten der bezogenen MAFO- Umfrage bei beiden Geschlechtern gesagt wird: es gibt eine Grauzone zwischen Anbaggern und Belästigen, und nicht alles, was als Belästigung dargestellt wird, war es auch wirklich. Und wer nicht riskieren will, eine Frau zu belästigen, sollte sich schon mal mit der Erlebnislosigkeit anfreunden. Und alle anderen werden wissend lächeln, wenn nach der #metoo- Belästigungswelle plötzlich die Damenwellt in den Medien nach richtigen Männern schreit. Und der eine oder andere wird die schreien lassen, die sich vorher belästigt gefühlt haben. Wieso auch immer…

      Antworten
  3. Tina
    Tina says:

    Hallo liebe Maggy! Danke für deinen sehr schönen Kommentar. Ich denke wir wissen alle, dass es eigendlich keinen Grund gibt warum es weniger Loonerinnen als Looner geben sollte.. warum es sich doch anders anfühlt hast du sehr eindrücklich beschrieben. Danke für deine Stimme die du uns gibst

    Antworten
  4. Anonymous
    Anonymous says:

    Die Welt funktioniert einfach besser mit Geschlechterrollen.
    Die Frau kann sich zuhause entspannen, schöne Reisen machen mit Freundinnen und der Familie Spaß haben.
    Der Mann sollte die Kohle ranholen und Spaß an seiner Frau haben.
    Zack sind alle glücklich. So einfach ist das.
    Wenn diese Rollen verlassen werden kann es nur langfristig nur in Streit enden.

    Antworten
    • Maggy BerLoon
      Maggy BerLoon says:

      Hallo und herzlich willkommen lieber Anonymous. Ich freue mich für Dich, dass Du scheinbar weißt, was jede/n einzelne/n von uns glücklich macht…

      DANKE, dass Du uns zeigt, wie Sexismus aussieht.

      Antworten
  5. Dr. T.
    Dr. T. says:

    Hallo Maggy,

    es gibt einen alten Spruch, der geht etwa so: Wer den Kopf zum Fenster rausstreckt, darf sich nicht wundern, wenn ihm der Wind ins Gesicht pustet. Mit Deiner extrem mutigen Offenheit rufst Du sicherlich auch eine Menge Dumpfbacken auf den Plan, die gar kein Verständnis für Paraphilien haben und es Euch vielleicht sogar neiden, ein erfolgreiches Geschäft um eine davon aufzubauen. Um so großartiger ist Dein Einsatz, der bestimmt schon einigen Loonerinnen geholfen hat, sich ihrer Besonderheit nicht zu schämen, sondern diese genußvoll auszuleben. Das mal vorweg.

    Was die Kerle angeht: das Spektrum reicht vom beschriebenen, aufdringlichen und höchst unkultivierten Ekel, der nur die platteste Anmache kennt und sofort pöbelt, bis zum schüchternen Romantiker, der Frauen gar nicht direkt anzusprechen wagt (vom Eingestehen seiner intimen Vorlieben ganz zu schweigen). Ich selbst befinde mich wahrscheinlich etwas dichter am romantischen Ende. Und sicher reichen wenige Vertreter des erstgenannten Extrems, um die Weiblichkeit aus den Internetforen zu vertreiben.

    Von daher bin ich ganz auf Deiner Seite mit der Hypothese, daß es doch viel mehr Loonerinnen gibt, als man aufgrund der Internetbeiträge vermuten könnte. Dazu passen auch drei Erlebnisse aus meinem Leben, die ich hier mal zum Besten geben möchte. Vorwegschicken muß ich vielleicht noch, daß ich selbst sowohl auf Luftballons als auch auf aufblasbare Vinylprodukte abfahre.

    Die erste Begebenheit ist gut vierzig Jahre her. Ich war in den Sommerferien an der See. Ich besaß einen 40cm-Wasserball, und mit dem planschte ich im Wasser vor dem FKK-Strand. Damals, im Alter von sechs Jahren, war das für mich noch ein ganz unverdächtiges Spielgerät und die Nacktheit insofern kein Problem. Es wehte allerdings eine frische Brise, und so dauerte es nicht lange, bis mir das Ding davonsauste. Der Ball wurde zwar von einer älteren Dame aufgefangen, aber als ich hingeschwommen war, um ihn mir wiederzuholen, hielt die ihn fest umklammert an ihre Brust gepreßt und genoß es sichtlich, sich darauf in den Wellen zu schaukeln! Ja, sie seufzte dabei sogar Sätze wie: »Aah, ist das schön! Der fühlt sich so gut an!« Ich bekam den dann nicht mehr ganz kugelrunden Ball erst zurück, als der aufsichtführende Rettungsschwimmer herüberbrüllte, alle Bälle, Luftmatratzen, Gummitiere etc. seien sofort aus dem Wasser zu nehmen. Ich nehme an, daß mich die Unverfrorenheit der Genießerin damals etwas schockte, aber später, als ich selber bemerkte, wie gut sich luftgefüllte Objekte anfühlen können, war mir diese Erinnerung auch eine gewisse Beruhigung, damit wohl nicht allein zu sein. Es gab ja noch kein Internet!

    Erinnerung Nr. 2 ist eine Beobachtung auf einer Studentenparty in einer Wohnung, die mit großen Luftballons dekoriert war. Unter den 20–30 weiblichen Gästen war auch ein Mädel, das bald ständig einen Riesenballon in den Händen hatte – und auf einem Sofa sitzend auch ansatzweise damit kuschelte! Ich registrierte das natürlich sehr aufmerksam, machte aber keine Annäherungsversuche, weil sie absolut nicht mein Typ war.

    Die dritte Geschichte, auch aus meiner Studentenzeit, ist weniger eindeutig, enthält aber eine schöne Indizienkette. Ich war drei- oder viermal bei einer Mitstudentin zu Besuch, um mit ihr Hausarbeiten anzufertigen. Dazwischen lagen jeweils einige Wochen, wenn nicht gar Monate. Aber jedesmal fiel mir eine immer frisch wirkende Ballontraube an ihrer Schlafzimmertür ins Auge. Dazu paßte, daß bei ihr ein sehr weich aufgepumpter Gymnastikball als Hocker diente. Bei meinem dritten Besuch fragte ich dann, ob es mit den Ballons »etwas besonderes auf sich habe«. Nein, das sei nur Deko; sie fände Ballons einfach hübsch. Einerseits beschloß ich, das so zu glauben (das Konzept der plausiblen Abstreitbarkeit war mir noch nicht untergekommen), andererseits war mein Kopfkino auch nicht mehr abzuschalten. Ein aufkommendes persönliches Interesse für die junge Dame wurde aber jäh gestoppt, als ein anderer Bursche ihr Herz eroberte. Akzeptiert. Aber dann war sie später noch einmal bei mir zu Gast, und sie schlug aus heiterem Himmel vor, meine Wohnung mit einem Aufblassessel auszustatten! Autsch.

    Mein Fazit: Durchaus, es gibt sie, und zwar schon seit langem. Natürlich nicht gerade dicht gesät, aber sie sind im wahren Leben vielleicht eher zu finden als im Internet.

    Zuguterletzt gibt es aber noch einen Lackmustest für die Vermutung, Loonerinnen seien lediglich im Internet unterrepräsentiert. Und das ist die Balloons-United-Kundenkartei! Maggy, dürfen wir erfahren, wie hoch der Prozentsatz an weiblichen Vornamen unter Euren Lieferadressen ist?

    Antworten
    • Maggy BerLoon
      Maggy BerLoon says:

      Hach, wie schön sich deine Erfahrungen und Eindrücke lesen, DANKE fürs Teilen!!

      Auf unsere Kundenkartei kann ich natürlich nicht detailliert eingehen, aber ich sage jetzt mal so viel, Frauen sind definitv ein fester und immer größer werdender Bestandteil. Da wir aber nicht NUR an Looner verkaufen und wir unsere Kunden natürlich nicht fragen, was sie schlussendlich mit unseren Ballons so machen, muss ich ehrlich sagen, dass sloche Aussgen immer mit Vorsicht zu genießen sind, logisch 😉

      Antworten
      • fich
        fich says:

        Hallo Dr. T,

        ich hatte ebenfalls eine Mitschülerin, die gerne Ballons mochte. Sie dekorierte gerne mit ihnen, freute sich über sie – und ließ sie auch gerne und laut knallen. Weil in der Oberstufe manche Unterrichtseinheit nachmittags lag und das „Ballonzauber“, ein Fachgeschäft, nicht allzu weit von der Schule entfernt war, ging das nicht gut aus. Für die Luftballons. – Auf dem fünfjährigen Abi- Nachtreffen habe ich ihr einen Q24 geschenkt. Sie lachte nur wissend. Sie hat zu diesem Zeitpunkt Kunstgeschichte in Berlin studiert und ich habe nie wieder etwas von ihr gesehen oder gehört. Ob sie eine Loonerin war? Ich denke eher, dass es wichtig ist, mit passenden Leuten eine schöne Zeit zu haben, und ob die Frau, die gerade eben Spaß an Luftballons hat, in die Schublade Looner passt oder nicht, ist für den Moment unwichtig.

        Und wen man(n) etwas erleben will, so ist meine Erfahrung, geht meist mehr auf Fetischstammis oder -partys. Gerade wenn man nicht nur Ballons mag … ich mache gerne Trampling, und kann auch Füße massieren … lernt man die eine oder andere Frau kennen, und dann geht auch im Bereichen etwas, wo verzweifelte Männlein aus unseriösen Foren mit Penis- Bildchen oder weiblichen Fake- Profilen auf Facebook wohl noch lange von träumen werden. Meine Erfahrung.

        Gruß
        fich

        Antworten
        • Dr. T.
          Dr. T. says:

          Hallo fich,
          d’accord: man(n) sollte sich natürlich nicht darauf versteifen, nur mit einer Loonerin eine Liebesbeziehung eingehen zu wollen, obwohl es vielleicht durchaus möglich wäre, wenn man zwanglos sucht und sich dafür viel Zeit nimmt. Ich bin übrigens seit einigen Jahren mit einer Frau glücklich verheiratet, die selbst nach wie vor selbst wenig mit dem Fetisch anfangen kann, aber meinen Luftballontick toleriert. Und das ist die Hauptsache.

          Antworten
          • fich
            fich says:

            Hallo Dr. T.,

            im Fetisch- Bekanntenkreis habe ich zwei Männer, die eine Zeit lang mit einer Bizarrlady liiert waren. Zwar konnten sie mit ihren Partnerinnen eigentlich jede Fantasie ausleben, die sie hatten … nur waren die Bizarrladys leider auch in anderen Hinsichten anders. Beide Bekannte waren letztends erleichtert, als die Beziehungen zu Ende waren.

            Gruß
            fich

            Antworten
  6. Jessica
    Jessica says:

    Hallo Maggy,

    Ich verfolge deinen Blog schon seit einer Weile und habe jetzt das Gefühl, dass ich auch was dazu sagen möchte.
    Ich finde deinen Artikel echt stark und stimme dir in jedem Punkt absolut zu.
    Ich selbst bin auch vor knapp sechs Jahren durch meinen Freund zum Ballonfetisch gekommen und wusste vorher überhaupt nicht, dass es so etwas überhaupt gibt.
    Er hat mir davon erzählt, nachdem wir ein paar Monate zusammen waren und ehrlich gesagt haben mich meine ersten Eindrücke der Loonerwelt geschockt:
    Lauter Frauen, die stark sexualisierten Content teilen und Personen, die sabbernd Kommentare schreiben und nach mehr lechzen. 
    Ich gebe es zu: Ich habe die Community deshalb zuerst als extrem sexistisch, teilweise obszön aber irgendwie auch verklemmt (weil ja meistens Inhalte allein vor dem Computer angesehen werden) wahrgenommen.
    Und leider sind es meiner Meinung nach eben genau solche Individuen, die dazu beitragen, dass Fetische allgemein heute noch stigmatisiert werden.

    Da ich ja nun wusste, dass mein Freund solche Dinge auch konsumiert, fiel es mir teilweise wirklich schwer, ihn von diesen Kommentatoren abzugrenzen und das Reizvolle an diesem Fetisch wahrzunehmen. Aus Liebe zu ihm habe ich der Sache aber trotzdem eine Chance gegeben und am Ende sogar Spaß an Ballons gefunden. 
    Ich bin zum Glück – so wie du damals – geblieben und habe eine ganze Welt entdeckt, die ich sonst nie hätte kennenlernen dürfen.

    Deshalb möchte ich dir und Jan an dieser Stelle noch ein großes Lob aussprechen: Ihr zeigt, wie cool und locker das Loonen sein kann und zeichnet damit einen erfrischenden Gegenentwurf zu dem, was ich oben geschildert habe.
    Besonders du, Maggy, hast mich wirklich inspiriert, weil du als einfach zeigst, wie selbstbewusst und stark Frau mit ihren sexuellen Vorlieben umgehen kann.
    Vielen Dank dafür!

    Antworten
    • Maggy BerLoon
      Maggy BerLoon says:

      Hey Jessica, VIELEN DANK, dass du aus deiner Sicht deine Eindrücke hier teilst. Ich bin da ganz bei dir und freue mich wirklich über deine Worte!! Genauso wird unsere Stimme lauter und ich denke, dass wir gemeinsam so einen guten Weg einschlagen #girlpower
      Deine Lob weiß ich mehr als zu schätzen, Danke dafür <3

      Antworten
    • fich
      fich says:

      „[…]Ich gebe es zu: Ich habe die Community deshalb zuerst als extrem sexistisch, teilweise obszön aber irgendwie auch verklemmt (weil ja meistens Inhalte allein vor dem Computer angesehen werden)[sic,f] wahrgenommen.
      Und leider sind es meiner Meinung nach eben genau solche Individuen, die dazu beitragen, dass Fetische allgemein heute noch stigmatisiert werden.[…]“

      Endlich spricht es jemand aus. Wenn man(n) sich ausschließlich alleine vor dem Bildschirm vergnügt, ist man verklemmt – und verlernt sich auch entsprechend gegenüber Frauen zu verhalten, nicht mehr wahrnehmend, wie verklemmt und obszön man(n) auftritt.

      Deshalb ist es meiner Meinung nach nicht nur wichtig, sich auszuleben … Fetischstammis und Party sind da Option, sicher gibt es noch mehr … und sich aktiv abzugrenzen.

      Gruß
      fich

      Antworten
  7. Sandor
    Sandor says:

    Hi Maggy! Der Artikel ist sehr gut geschrieben und Ihm ist auch nichts entgegen zusetzten. Ganz im Gegenteil man muss sich ja eigentlich als Mann entschuldigen für solche Leute. Klar sind die Fotos die Du z.B. ins Netz setzt schon echt supi aber das gibt einem noch lange nicht das Recht mehr zu verlangen und denn auch noch unter falschem Namen. Ich bin auch bekennender Looner aber solche Anfragen zuversenden würde mir nicht in den Sinn kommen. Ausserdem ist es Zuhause mit der Liebsten eh am schönsten und die Luftballons stammen auch nur von euch. Ich hab es lange versteckt und nur allein ausgelebt aber seit 5 Jahren hab ich eine neue Partnerin und sie teilt mein kleinen Knall für Luftballons. Ich find euch echt Cool, macht weiter so und steht über solche Leute!

    LG Sandor

    Antworten
    • Maggy BerLoon
      Maggy BerLoon says:

      Sandor, vielen lieben Dank!! Natürlich brauchst du dich nicht zu entschuldigen, schließlich sind ja nicht alle Männer gleich! Ich schmeiße nicht alles und jeden in einen Topf 😉

      Vielmehr freue ich mich für dich, dass du eine Beziehung führst, in welcher du nun gemeinsam mit deiner Parterin glücklich sein kannst.

      Antworten
  8. fich
    fich says:

    Hallo Maggy,

    schön dass wieder Content kommt. Seit fast zwei Monaten herrschte hier Leere. Lesson 2 learn aus dem Loonerforum ist, dass Leute wiederkommen, wenn regelmäßig Inhalte präsentiert werden, auch wenn diese im Einzelnen für den Besucher (Masculinum mulieres includit) uninteressant sind. Hauptsache es ist etwas los. Kommen zu selten neue Inhalte, kommen keine Leute zurück. Und dann gehen möglicherweise auch gute, fruchttragende Inhalte einfach mal in der Versenkung unter, weil keiner mehr kommt. Deshalb ist es sehr gut, dass Du etwas schreibst.

    Heute gab es in den SWR3- Nachrichten den Bericht über eine Frau aus dem Saarland, welche eine Sparkasse verklagt, weil auf den Formularen ausschließlich männliche Begriffe wie Kunde waren … warum muss ich nun daran denken?

    Inhaltlich habe ich als aktiver Luftballonfetischist in den elf Jahren, die ich Stammis und Partys besuche, drei Typen von Fetischistinnen kennenlernen dürfen. Diese Kategorien sind nicht diskret, sondern eher „Richtungen“:
    * die Frau, die von einem Fetischisten angespielt wurde, der auch genug andere menschliche Qualitäten besessen hat, für sich dieses oder jenes an Fetischen entdeckt hat, und mit Spaß mitmacht. Und ob sie dabei selber erregt ist oder sich nur freut … auch das gibt es … dass ihr Spielpartner völlig erregt ist, ist egal: das sind die Frauen, mit denen man zusammen Spaß haben kann. Und die Betonung liegt auf zusammen. (Aus dem Bauch heraus ordne ich Dich, Maggy, zu dieser Kategorie ein.)
    * die pathologische Fraktion. Frauen, die Gründe in ihrer Person haben, dass sie im Allgemeinen im Leben wenig Erfolg haben. Und die mittels Fetisch und Co. sich Macht und Einfluss in der Halbwelt des Internets aufbauen, aber gut durchscheinen lassen, dass sie z.B. aus der F60.31er- Fraktion kommen, schlagartig Stimmungen wechseln, strikt Menschen in Freunde und Feinde unterteilen, Gemeinschaften spalten … und im Echten Leben mehrere gescheiterte Ehen, heftige berufliche Probleme und so weiter hinter der Fetischmaske im Internet verbergen. Dass solche Frauen selten ein richtiges Fetisch- Empfinden oder gar einen Fetisch haben, sollte klar sein.
    * die stille Fetischistin, welche den Fetisch wirklich hat, ihn wirklich genießt, aber erst mit ihrer Umwelt „warmwerden“ und Vertrauen fassen muss. Das sind Frauen, die überhaupt nicht damit klar kommen, plötzlich im Rampenlicht zu stehen, sich belästigt fühlen, wenn man(n) sich ihnen zu direkt nähern will. Aber hat sie erst einmal Vertrauen gefasst, kann es lustig werden. Dabei muss man … wie auch in Deinem Text anklingt … als Mann akzeptieren, dass Frauen nicht mit Ihrer Sexualität „herumhausieren“ gehen. Keine Frau, die ein gesundes Scharmempfinden hat, wird völlig isoliert herumjubeln, was sie schon alles vaginal eingeführt hat – was nicht heißt, dass sie im Stillen nicht dieses oder jenes schon genossen hat…

    Gerade im ligyrophobisch- soziophobischen Milieu des Luftballonfetisches kommt es meiner Erfahrung nach sehr häufig vor, dass männliche Looner sich ihrer Fetischgesteuertheit überhaupt nicht bewusst sind, ihre Bedürfnisse aus anderen Gründen in ihrer Person ziemlich verdrängt haben und dann über Frauen, die etwas mit Ballons machen, völlig ungehemmt drüberherfallen. Das Problem wird dadurch noch verschärft, dass viele Looner sich nur am Bildschirm mit Loonerei beschäftigen – und eben nicht auch mit anderen Menschen offen austauschen, oder ausleben. – Ich war Ende Januar wieder auf einem Fetisch- Stammi in Ebersbach in Sachsen. Es gab einen Geburtstag, und es war ganz klar, dass ich Ballons dabei hatte, und dass die den Abend nicht überleben werden. Und es hat allen Spaß gemacht. – Bei Loonertreffen ist kaum Resonanz, und es kommen interessante Gründe, warum Leute dann doch nicht kommen, oder es wird übele Nachrede, ich hätte Leute bedroht oder beleidigt, verbreitet. Nanu? Passt irgendwie nicht zueinander, ist aber traurige Luftballonfetisch- Realität. – Und ich denke, dass der Katalysator oftmals auch ist, warum Frauen schnell wieder weg sind, dass sie ebenfalls völlig zurückgezogen wegen ihrer Ligyrophobie leben, und gar nicht darauf klar kommen, dass Jungs, die es eben auch nicht menschlich draufhaben, plötzlich erotisch- sexuelles Interesse haben, wo möglicherweise gerade bei soziophoben Frauen noch die eigenen sexuellen Bedürfnisse verdrängt werden und die Bedürfnisse anderer Menschen nicht anerkannt werden. Das kann nichts werden…

    Weiterhin gibt es eben auch ein Phänomen, das im Weiteren so läuft wie der „Erregen& Verweigern“- Fetisch. Vielleicht kennt jemand Milo Moiré, die sich auch nackt zeigt, um ihre Macht zu demonstrieren; sie reizt jeden, aber ist dennoch kein Freiwild, selbst entscheidend, wenn sie – und überhaupt heranlässt. Und gerade in diesem Ablehnen steckt viel Macht, und Macht ist: geil. Auch für Frauen. – Ich denke, dass heute viele Frauen allgemeines Verhalten auf sich beziehen, sich einerseits als objektisiert darstellen – und anderseits gar nicht wirklich betroffen sind. Wo wir wieder bei der Frau sind, die im Saarland die Sparkasse wegen fehlender weiblicher Anreden auf dem Einzahlungsformular verklagt…

    Gruß
    fich

    Antworten
      • fich
        fich says:

        Ich lese in Deinen Kommentaren heraus, dass Menschen, die andere Menschen verteufeln, sich das Recht dazu herausnehmen, andere bewerten, Erwartungen an andere Menschen stellen, Probleme mit sich selbst hätten. Ich habe in den achtzehn Jahren, in denen ich im Internet unterwegs bin, einzelne Menschen – und das dann online, im ligyrophobisch- soziophobischen Milieu – kennengelernt, auf denen diese Beobachtung zutrifft. Trotzdem bin ich verunsichert, dass Du, die sonst sich doch für Offenheit, gegen Intoleranz und gegen Bewertungen von Personen aussprichst, diese pauschale Werturteil über Personen äußerst. Nanu?

        Antworten
  9. Julian K
    Julian K says:

    Sehr gut geschrieben Maggy. Ich bin ein Mann habe aber mitbekommen wie es für eine Frau is sich in einem LoonerForum anzumelden. Meine Ex Freundin wurde zugespamt mit Mails die Bilder und stumpfe Texte enthielten. Für mich als Mann war es erschreckend zu sehen wie eine Frau begrüßt wird nach fünf Minuten Anmeldung.
    Ich selbst verstecke mich mit meinem fetisch und gebe ihn nicht gerne Preis. Ich habe des öfteren erlebt das er nicht akzeptiert wird und ich deswegen schief angeschaut werde, obwohl wir in einer offenen Gesellschaft leben in der sehr viel mehr über sex und allem was dazu gehört geredet und gezeigt wird. Ich finde es schade dass manche sachen als krank oder pervers gelten, Geschmäcker sind nun mal verschieden aber Toleranz und Akzeptanz sind immer das selbe und sehr viel leichter zu leben als alles zu verteufeln.
    Macht weiter so Maggy und Jan ihr seit toll

    Antworten
    • Maggy BerLoon
      Maggy BerLoon says:

      Vielen Dank für deine lieben Worte und deine Offenheit, Julian. Ja, Toleranz und Akzeptanz zu leben, ist meiner Meinung nach auch einfacher, aber ich beführchte, das gilt nur für Menschen, die mit sich zufrieden sind… Denn wer sich das Recht herausnimmt, andere zu „vertreufeln“, stellt sich ja dadurch dann über die betreffenden Personen oder? Das hat wohl etwas mit Macht und eigenen persönlichen Problemchen zu tun. Aber wie auch immer, es ist schön zu sehen, dass unsere gemeinsame & tolerante Stimme lauter wird, DANKE Julian.

      Antworten
    • fich
      fich says:

      @ Julian K
      „[…] habe aber mitbekommen wie es für eine Frau is sich in einem LoonerForum anzumelden. Meine Ex Freundin wurde zugespamt mit Mails die Bilder und stumpfe Texte enthielten. Für mich als Mann war es erschreckend zu sehen wie eine Frau begrüßt wird nach fünf Minuten Anmeldung.[…]“

      Das ist natürlich ein nicht hinzunehmendes Fehlverhalten gegenüber Deiner Ex- Partnerin. Leider muss man damit gerade in unseriösen Foren rechen.

      „[…] Ich selbst verstecke mich mit meinem fetisch und gebe ihn nicht gerne Preis. Ich habe des öfteren erlebt das er nicht akzeptiert wird und ich deswegen schief angeschaut werde, obwohl wir in einer offenen Gesellschaft leben in der sehr viel mehr über sex und allem was dazu gehört geredet und gezeigt wird. Ich finde es schade dass manche sachen als krank oder pervers gelten, […]“

      These: Gerade Fetische, die im Mainstream angekommen sind, wie LLL oder Schmerzerotik, sind meistens nicht echt, sondern Mittel zur Selbstinzenierung. So wie es Sophie Andrewsky mal geschrieben hat, dass manch eine Frau sich in ihrem Fetisch- Outfit (Latex o.ä.) sich super verrucht vorkommt und BDSM als eine Art F… für Fortgeschrittene sieht, während die Anzahl derer, für die z.B. Unterwerfung und Dominanz wirklich zum Liebesleben dazugehören, überschaubar bliebe. – Deshalb: einfach machen und sich selbst ausleben. Das ärgert Selbstdarsteller am allermeisten, und selber hat man seinen Spaß.

      Gruß
      fich

      Antworten
  10. Martin
    Martin says:

    Toll!
    Einfach super!
    Kann nichts weiter dazu sagen, außer, dass man selbst als Mann zunehmend von anderen Männern belästigt wird.

    Lg Martin

    Antworten
    • Maggy BerLoon
      Maggy BerLoon says:

      Danke, Martin! Belästigungen machen sicher leider vor nix und niemandem halt… Menschen, die so etwas nötig haben, insbesondere auch andere Menschen zu bewerten/zu verurteilen/Erwartungen an diese zu stellen, haben meiner Ansicht nach, häufig irgendein Problem mit sich selbst… Daher lieber einfach drüber stehen und sich auf das eigene Glück konzentrieren 😉 Gewisse Dinge einmal anzusprechen, machen mich persönlich sehr glücklich, daher weiß ich dein Feedback sehr zu schätzen.

      Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.